Wöchentliches Markt-Update - Gute Vorsätze für 2025?

Für Anleger, die einen „trockenen Januar“ erwarteten, d.h. ein paar Wochen, in denen sie sich die Kommentare der Zentralbanker nicht anhören müssen, ist es bereits ein Schlag ins Wasser. Die US-Notenbank hat begonnen, den Kurs vorzugeben, und die Aktien leiden.

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Bisher sind die Aktien im Neuen Jahr auf das Schwert des Renditeanstiegs bei langfristigen Anleihen gefallen, der auf breiter Front erfolgte. Tatsächlich war das bereits im Dezember der Fall. Wenn wir den 13. Dezember einmal als Bezugsdatum nehmen, haben globale Aktien in den letzten vier Wochen über 3,7 % eingebüßt, und die 10-jährigen Renditen sind in den USA um 36 Bp, in Deutschland um 34 Bp und in Großbritannien um 43 Bp gestiegen.

Auch wenn die Handelsvolumina im Vorfeld von Weihnachten und in der ersten Januarwoche wie üblich gering waren, handelte es sich um signifikante Entwicklungen. In erster Linie wurden sie angetrieben von dem veränderten Tonfall der Fed auf ihrer geldpolitischen Sitzung vom 17./18. Dezember: Dies löste eine (weitere) Anpassung der Markterwartungen in Bezug auf die Geldpolitik der USA aus.

Eine sanfte Landung – vielleicht nicht so sicher?

Der am 10. Januar veröffentlichte Stellenmarktbericht bestätigte die Stärke des Arbeitsmarkts in den USA. 256.000 Arbeitsplätze wurden im Dezember geschaffen. Darin könnte man eine Rechtfertigung für die vorsichtige Haltung der Fed sehen.

Das Hauptaugenmerk der geldpolitischen Entscheider liegt auf der Entwicklung der Inflation und der Vorsitzende der Fed, Jerome Powell, sagte dazu: „Es liegt immer noch einige Arbeit vor uns [bei der Inflation] und wir brauchen weiterhin eine restriktive Geldpolitik, um diese Arbeit zu erledigen.

Andere Zentralbanker ließen verlauten, sie wollten abwarten, bis die Inflation tendenziell wieder das 2%-Ziel anpeilt, bevor es weitere Zinssenkungen geben könne. Der Fed-Vorsitzende machte deutlich, dass die Prognosen einiger Entscheidungsträger die wahrscheinlich inflationären Auswirkungen der wirtschaftspolitischen Vorschläge von Donald Trump berücksichtigen. Powell bezog sich auf Schätzungen der Fed von 2018 zum Einfluss der Anhebung von Zollgebühren auf die Inflation.

Aus den ersten Ergebnissen der jüngsten Umfrage der University of Michigan zum Verbrauchervertrauen geht hervor, dass die Inflationserwartungen für ein und drei Jahre im Januar auf ein Jahreshoch gestiegen sind.

Die Terminmärkte weisen auf keinerlei Zinssenkungen bei den ersten drei geldpolitischen Sitzungen dieses Jahres (Januar, März und Mai) hin, und nur auf eine einzige bis zum Jahresende. Diese Einschätzung ist aggressiver als diejenige der Fed bei ihrer Dezembersitzung.

Wichtige Börsenmakler revidieren ebenfalls ihre Erwartungen und prognostizieren für das 1. Quartal den Status quo und danach eine bis zwei Zinssenkungen. Die meisten Beobachter scheinen sich darin einig, dass der Zinssenkungszyklus in den USA dem Ende zugeht.

Mehrere geldpolitische Entscheider betonten die Idee einer Neukalibrierung der US-Geldpolitik, die mit der Zinssenkung im Dezember und einem Leitzins im Bereich von 4,25 % bis 4,50 % erreicht worden sei.

Der Fed-Gouverneur von St. Louis, Alberto Musalem, gab jüngst zu verstehen, dass es sich bei diesem Stand der Federal Funds Rates immer noch um Finanzierungsbedingungen handele, die die Wirtschaftstätigkeit unterstützen.

Gouverneur Christopher Waller, eine der prominenten Stimmen des geldpolitischen Ausschusses, schien sich dagegen von dieser vorsichtigen Haltung zu distanzieren, und erklärte weitere Zinssenkungen für gerechtfertigt.

Desynchronisation

Jedenfalls bildet sich ein neuer Konsens, den man als „Abwarten und Tee trinken“ bezeichnen könnte. Inzwischen werden sich die Leitzinssenkungen in anderen großen Volkswirtschaften wohl fortsetzen (mit Ausnahme Japans).

Abgesehen von dem oben erwähnten breiten Aufwärtsdruck auf die langfristigen Anleiherenditen waren die deutlichsten Folgen der höheren Anleiherenditen auf dem Devisenmarkt zu besichtigen.

Der US-Dollar-Index (der gegenüber einem Währungskorb aus Euro, Yen, Pfund Sterling, dem Kanadischen Dollar, der Schwedischen Krone und dem Schweizer Franken errechnet wird) hatte im Dezember um 2,6 % zugelegt. Seither ist er weiter gestiegen und hat einen Höchststand seit November 2022 erreicht. Das entspricht einem Plus von 1,1 % seit Ende 2024.

Der Dollar hat rapide aufgewertet und symbolische Stände erzielt (zum Beispiel fiel der Wechselkurs EUR/USD am 13. Januar unter 1,02). Unter diesen Umständen könnten die Behörden versucht sein einzuschreiten. Als der chinesische Yuan in die Nähe eines Rekordtiefs fiel, warnte Peking vor Maßnahmen zur Stabilisierung der Erwartungen und „zur Korrektur des prozyklischen Marktverhaltens“. 

Weitere Lockerung durch die EZB – aber wie viel?

Angesichts schleppender Wachstumsperspektiven sprechen die Gouverneure der EZB (fast) mit einer Stimme, wenn es um weitere Leitzinssenkungen im Jahr 2025 geht.

Der Präsident der Banque de France sagte (am 8. Januar): „Wenn sich der Rückgang der Inflation in den kommenden Quartalen, wie von uns prognostiziert, bestätigt, ist es sinnvoll, sich bis nächsten Sommer in Richtung eines neutralen Zinssatzes zu bewegen, ohne das Tempo zu drosseln.“ Piero Cipollone, Mitglied des EZB-Direktoriums, ist der Ansicht, dass es „kontraproduktiv“ wäre, die Nachfrage niedrig zu halten, um sich vor künftigen Inflationsschocks zu schützen.

Am 13. Januar äußerte der Chef-Volkswirt der EZB, Philip Lane, es werde wohl eine weitere Lockerung der Geldpolitik geben, „um das Wachstum der europäischen Wirtschaft sicherzustellen“. Er fügte jedoch hinzu, es müsse ein Weg gefunden werden, der weder zu einer Rezession führt noch die Rückkehr der Inflation zum 2%-Ziel der EZB verzögert.

Die Erwartungen, die sich in den Terminmärkten spiegeln, haben sich jedoch bereits verändert. Ende Dezember waren kumulierte Zinssenkungen in Höhe von 125 Bp für 2025 eingepreist. Aktuell sind es etwas weniger als vier Zinssenkungen (von je 25 Bp).

Die EUR/USD-Kursschwankungen haben vermutlich etwas mit den Zweifeln zu tun, die allmählich laut werden, obwohl die EZB sich noch nicht zum Wechselkurs des Euro geäußert hat.

Der 1. Schritt im Neuen Jahr: größeres Engagement gegenüber US-Aktien.

Die neuesten Indikatoren zeigen die Divergenz zwischen den Volkswirtschaften. Dies wird wohl Konsequenzen für die Finanzmärkte und die geldpolitischen Erwartungen haben. Auf kurze Sicht kann man sich eine plötzliche Umkehrung dieser Tendenzen kaum vorstellen.

Wir sind überzeugt, dass die Wirtschaft der USA in der Lage ist, eine sanfte Landung zu vollziehen. Und es scheint uns vernünftig, eine Rezession in den USA für 2025 auszuschließen. Damit haben wir ein günstiges Umfeld für risikoreiche Anlagen. Zudem ist die Gewinnprognose für Unternehmen in den USA vielversprechend – sogar für die Small Caps, denen protektionistische Maßnahmen zugutekommen könnten.

Die Erwartungen der Analysten für Aktien, die zum techlastigen NASDAQ gehören, sind günstig. Wie wir jedoch im Dezember gesehen haben, wird die geldpolitische Haltung der Fed entscheidend für den Treasury-Markt und infolgedessen für Aktien sein, insbesondere für große Technologieaktien.

Die Differenzierung zwischen den Sektoren, Stilen und verschiedenen Marktkapitalisierungen könnte die ersten Monate des Neuen Jahres kennzeichnen und daher kluges und aktives Management erfordern. Vor diesem Hintergrund ist es unseres Erachtens ein guter erster Schritt, das Engagement gegenüber US-Aktien über die wichtigsten Technologieaktien hinaus zu erweitern und zu diversifizieren.

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