Trotz positiver Aussichten haben sich Gesundheitsaktien in den letzten Jahren eher schwach entwickelt. Dank KI, der Digitalisierung des Sektors und langfristiger wirtschaftlicher Treiber könnte sich das Blatt wenden.
Günstige Markttreiber
Nach einem Anstieg während der Pandemie und einem moderaten Rückgang nach deren Überwindung beliefen sich die Ausgaben für Gesundheit im Jahr 2022 immer noch auf 9,8 Billionen US-Dollar oder 9,9 % des globalen BIP1. Diese Zahl wird voraussichtlich bis 2030 auf 11 Billionen US-Dollar steigen2.
Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist die alternde Weltbevölkerung. Bis 2030 wird 1 von 6 Menschen auf der Welt mindestens 60 Jahre alt sein, was rund 1,4 Milliarden entspricht3.
Ein weiterer Grund ist der defensive Charakter des Sektors. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten meiden Anleger zyklische Branchen und lenken ihr Kapital lieber in relativ antizyklische Bereiche. Auch Branchenfusionen und -übernahmen (M&A) stehen vor einer Wiederbelebung: Viele Pharmaunternehmen stehen am Ende des Jahrzehnts vor einer Patentklippe, was dazu führt, dass die Pipeline-Tiefe durch Akquisitionen gestärkt werden muss. Tatsächlich gaben 80 % der Befragten im KPMG Healthcare and Life Sciences Investment Outlook an, dass sie ihre M&A-Aktivitäten im Jahr 2025 zu erhöhen planen4.
Insgesamt bieten die Aussichten und attraktiven relativen Bewertungen des Sektors sowie seine defensiveren Marktattribute ein überzeugendes Umfeld für Investitionen in den Sektor.
Digitale Transformation
Die Gesundheitssysteme stehen in vielen Ländern unter einem hohen Druck, effizienter werden zu müssen und ihre Produktivität zu steigern5. Ein wesentlicher Aspekt dieses Wandels ist der Übergang von analogen Systemen auf einen stärker digitalisierten Service durch Investitionen in technologische Lösungen der nächsten Generation.
Fortschritte in der künstlichen Intelligenz (KI) wirken sich bereits auf das Gesundheitswesen aus und ermöglichen zusätzliche Funktionen und Effizienzsteigerungen. KI hat sich bereits als wirksam erwiesen, um komplexe Diagnosen zu vereinfachen und CT- und MRT-Scans zu analysieren. Robotertechnologien werden für die minimalinvasive Chirurgie eingesetzt, standardisieren die chirurgischen Ergebnisse und bieten das Potenzial für verbesserte Langzeitergebnisse. Heutzutage ist es für Diabetiker nicht ungewöhnlich, kontinuierliche Glukosemonitore zur Kontrolle ihres Blutzuckerspiegels zu verwenden und Warnhinweise zu senden, wenn die Blutzuckerwerte abnormal werden. Vernetzte Kontaktlinsen bieten eine alternative, nicht-invasive Methode des Diabetes-Managements. Intelligente Inhalatoren verfolgen, überwachen und veranlassen die Einnahme von Medikamenten und haben das Potenzial, Asthmaschübe bei Kindern zu verhindern. Darüber hinaus können Softwareanwendungen, die die eingebauten Kameras von Mobiltelefonen verwenden, verschiedene Vitalparameter messen.
Mit dem zunehmenden Einsatz digitaler und KI-gesteuerter Technologien im Gesundheitswesen wird die Rolle von Daten immer wichtiger. Dies ermöglicht personalisierte Behandlungen, optimiert die Gesundheitsversorgung und verbessert die Heilungschancen.
Neue Behandlungsformen
Auch die Behandlung von Krankheiten wird durch Innovationen grundlegend verändert.
Gepulste Feldablation ist eine bevorstehende alternative Behandlung von Vorhofflimmern (AF) – bei der ein schnell schlagendes Herz nicht in der Lage ist, sich zu verlangsamen. Gepulste Feldablation stellt eine neue Ablationsenergiequelle dar, die eine bessere Wirksamkeit bietet, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Die Technologie scheint nicht nur bessere klinische Ergebnisse zu bieten, sondern ist auch schneller durchzuführen, was bedeutet, dass die Zahl der AF-Ablationsverfahren deutlich steigen wird.
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate bieten eine neue Art der gezielten Krebstherapie an – mit dem Ziel, traditionelle, systemische Chemotherapie zu ersetzen, indem die Therapeutika direkt an die Krebszellen angekettet werden und gleichzeitig die systemische Durchblutung verringert und die Schädigung gesunder Zellen minimiert wird. Auch biopharmazeutische Unternehmen versuchen, das Immunsystem zurückzusetzen, um Autoimmunerkrankungen besser zu bewältigen. Viele solcher Bedingungen ergeben sich aus dem eigenen Gedächtnis der B-Zellen eines Patienten, die im Rahmen einer versehentlich erlernten Reaktion ungeeignet Antikörper bilden, die das eigene Gewebe des Patienten angreifen. Immunologen untersuchen die Verwendung technisch hergestellter T-Zellen und T-Zellen einsetzender Antikörper, um diese B-Zellen zu depletieren und so das Immunsystem wiederherzustellen.
Solche Innovationen und ihre erfolgreiche und weit verbreitete Anwendung werden die wirtschaftliche Entwicklung und die Ertragschancen des Gesundheitssektors verbessern.
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Anzeigen Fonds[2] Future health expenditure in the BRICS countries: a forecasting analysis for 2035 – PMC
[4] 2025 KPMG Healthcare and Life Sciences Investment Outlook
