Alles Wichtige auf einen Blick
Die Aussicht auf das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran hat einigen Aktienbörsen letzte Woche auf neue Bestmarken steigen lassen. Im Zuge sinkender Ölpreise und nachlassender Inflationssorgen schlossen der Dow Jones Industrial Average, der EuroStoxx 600 und der Nikkei 225 auf Rekordhochs. Die US-Notenbank „Fed“ ließ ihre Zinsen auf der ersten Sitzung unter dem Vorsitz ihres neuen Präsidenten Kevin Warsh zwar in einer Spanne von 3,50% bis 3,75%, deutete aber mögliche Zinserhöhungen noch vor Jahresende an. Im Euroraum zog die Jahresinflation im Mai auf 3,2% an (nach 3,0% im April), während die unter Ausklammerung von Energie, Lebensmitteln, Alkohol und Tabak erhobene Kerninflationsrate von 2,2% auf 2,6% zulegte.
Nachrichten aus aller Welt
Die Bank of Japan hat ihren Leitzinssatz um 25 Basispunkte auf 1% angehoben, den höchsten Stand seit 1995. Zur Begründung verwies sie darauf, dass die höheren Ölpreise auf die Unternehmen durchschlügen und die Verbraucherpreise aufwärts treiben könnten. Wie im weiteren Wochenverlauf gemeldet wurde, ist die japanische Inflation von 1,4% p.a. im April leicht auf 1,5% p.a. gestiegen. Die ohne frische Lebensmittel berechnete Kerninflation lag unverändert bei 1,4%. Die Bank of England ließ ihre Zinsen bei 3,75%, nachdem die britische Jahresinflationsrate im Mai überraschend bei 2,8% stagnierte hatte. Zwei der neun Ratsmitglieder stimmten allerdings für eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte.
Zahl im Fokus: 0,6%
Erstmals seit drei Jahren sind die chinesischen Einzelhandelsumsätze gesunken. Erstmals seit drei Jahren sind die chinesischen Einzelhandelsumsätze gesunken. Jetzt muss die Regierung der Volksrepublik neue Konjunkturimpulse setzen, um den Konsum anzukurbeln. Gegenüber dem Vorjahr gaben die Einzelhandelsumsätze im Mai um 0,6% nach. Analysten waren von einer Seitwärtsbewegung ausgegangen. Auch die Anlageinvestitionen (ohne ländliche Haushalte) verzeichneten einen überraschenden Rückgang, der die anhaltende Schwäche des Immobilienmarkts unterstreicht.
Grafik der Woche
Viele Zentralbanken stocken ihre Goldreserven zulasten von US-Dollar-Vermögenswerten auf. Auch Anleger neigen dazu, auf Gold zu vertrauen, da es als supranationaler Vermögenswert nicht an die Wirtschaftspolitik oder das politische System einzelner Länder gekoppelt ist. Somit dürfte das Edelmetall auch künftig als Absicherungsinstrument gegen wirtschaftliche und geopolitische Schocks dienen. China hat den Goldanteil seiner Auslandsreserven aktiv ausgebaut und entwickelt derzeit sein eigenes goldbasiertes Ökosystem, indem es bestimmten Handelspartnern mit Renminbi-Umsätzen die Option einräumt, einen Teil dieser Erlöse in Gold umzuwandeln.

Wissenswert
AMOC: Die Atlantische Umwälzzirkulation (engl. Atlantic Meridional Overturning Circulation) ist ein System ozeanischer Strömungen, das warmes Wasser nach Norden und kühles Wasser nach Süden in den Atlantischen Ozean treibt. Sie spielt eine entscheidende Rolle für die Klimaregulierung, weil sie CO2 aus der Atmosphäre ins Meer befördert. Jüngsten Forschungsergebnissen zufolge wir sich die AMOC bis Ende des Jahrhunderts womöglich deutlich stärker abschwächen als bislang angenommen. Das könnte die Meeresspiegel ansteigen lassen, Überschwemmungen auslösen, die Ernährungssicherheit gefährden und für kältere und strengere Winter sorgen. Experten zufolge sei es aufgrund der unzureichenden Datenlage jedoch schwierig, das Ausmaß der AMOC-Abschwächung abzuschätzen.
Das bringt die Woche
Am Montag stellt Kanada seine jüngsten Inflationszahlen vor. Für Dienstag wird eine ganze Reihe an Einkaufsmanagerdaten erwartet, unter anderem für Japan, Indien, den Euroraum, die USA und Grossbritannien. Am Mittwoch erscheint in Deutschland der vielbeachtete Ifo-Geschäftsklimaindex. Nach einem Sechs-Jahres-Tief im April hatte er im Mai wieder zugelegt. Am Donnerstag kommt die endgültige Schätzung des US-BIP-Wachstums im 1. Quartal heraus. Der vorherigen Schätzung zufolge ist die größte Volkswirtschaft der Welt in den ersten drei Monaten des Jahres um 1,6% gewachsen – als im 4. Quartal (0,5%).
Weitere Analysen finden Sie beim Investment Institute