Auf der Suche nach einer diversifizierten Exposure gegenüber Schwellenländern

  • Schwellenländer können Anlegern die Möglichkeit bieten, ihre Portfolios mit einer vielfältigen und spannenden Quelle von Wachstumspotenzialen zu bereichern, besonders wenn sie mit der Liquidität und Zugänglichkeit von ETFs kombiniert werden.
  • Allerdings ist ein bedeutender und zunehmend wachsender Anteil der MSCI‑Schwellenländer‑Indizes in chinesischen Aktien investiert.
  • Diese regionale Konzentration hat sich seit der Erhöhung des Anteils chinesischer A‑Shares von 5 % auf 20 % im Jahr 2019 durch MSCI stark ausgeweitet.

Es gibt zahlreiche Gründe, aus langfristiger Perspektive ein Schwellenländer‑Portfolio (EM) aufzubauen, darunter viele wirtschaftliche und demografische Vorteile – sie sind die Haupttreiber des globalen Wachstums und werden 2026 voraussichtlich 61 % des weltweiten BIP ausmachen.

Sie erleben eine rasche Industrialisierung, beherbergen den Großteil der Weltbevölkerung, verfügen über eine junge Arbeitskraft – das Durchschnittsalter der indischen Bevölkerung liegt unter 30 Jahren – und profitieren von einer schnell wachsenden Mittelschicht.

Eine Analyse schätzt, dass bis 2030 75 % der Verbraucher in Schwellenländern im Alter von 15 bis 34 Jahren sein werden und dabei optimistischer gegenüber der Wirtschaft eingestellt und zu höheren Ausgaben bereit sind.

Der wirtschaftliche Wachstumspfad der EM‑Länder hält an, wenn auch mit etwas verlangsamtem Tempo im Vergleich zu den Vorjahren, vor allem bedingt durch anhaltende geopolitische Volatilität und Handelspolitik. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für die Schwellen- und Entwicklungsländer ein Wachstum von 3,1 % im Jahr 2026 und 3,2 % im Jahr 2027.

Starke Perspektiven

Unternehmen in Ländern wie Indien, China, Indonesien, Mexiko und Saudi-Arabien erzielen in der Regel höhere Umsätze, wenn das Wachstum in den Industrieländern weitergeht. Das stärkt nicht nur die heimischen Volkswirtschaften, sondern unterstützt auch Direktinvestitionen in deren Aktien‑ und Unternehmensanleihen.

Ein ETF, der passiv den MSCI Emerging Markets® Index nachbildet, bietet Anlegern sofortige Exposure zu einer breiten Palette potenzieller Chancen in den Entwicklungsmärkten.

Während das Wachstumspotenzial von Schwellenländer‑Aktien vor allem langfristig zu sehen ist, kann das erhöhte Liquiditätsprofil eines ETFs auch für Anleger mit konkreten Risikomanagement‑Kriterien ein passendes Vehikel sein und in Zeiten erhöhter Volatilität mehr Flexibilität ermöglichen.

Aufstieg Chinas

Anleger, die ein diversifiziertes EM‑Portfolio suchen, sollten jedoch die wachsende Konzentration chinesischer Aktien in den wichtigsten Indizes und deren regionale Volatilität berücksichtigen. Mit 25,5 % ist China die größte Ländergewichtung im MSCI Emerging Markets Index.

Im Jahr 2026 erlebten chinesische Aktien ein volatiles erstes Quartal: Sie starteten stark in das Jahr, erreichten neue Höchststände dank Durchbrüchen im Bereich Künstliche Intelligenz und staatlicher „Anti‑Involution“‑Politik, die die Unternehmensmargen verbesserte und damit Tarifangst ausbalancierte.

China hätte zudem vom Februar‑Urteil des Obersten Gerichts profitieren sollen, das US‑Zölle für verfassungswidrig erklärte. Nach einem starken Lauf in den ersten beiden Monaten kehrten die chinesischen Kurse im März um, weil ein sich zuspitzender Konflikt im Nahen Osten zu breiten Verkäufen an den asiatischen Märkten führte.

Der Shanghai Composite Index verzeichnete seinen schlechtesten Monat seit über vier Jahren, und der Hang Seng erlitt den größten Monatsverlust seit zwei Jahren. Gleichzeitig stellten enttäuschende Wirtschaftsdaten – etwa ein Rückgang der Fabrikaktivität – und eine regulatorische Durchgreifaktion weitere Belastungen dar.

Breitere Horizonte

Die Wahl eines Indexes ohne China ermöglicht eine größere Exposure zu anderen Schwellenmarkt‑Chancen. Metalle wie Kupfer und Nickel – Schlüsselkomponenten für erneuerbare Energien und die Infrastruktur von Elektrofahrzeugen – werden voraussichtlich stärker nachgefragt, da die Welt auf Netto‑Null‑Emissionen zusteuert. Im Jahr 2025 stammten mehr als ein Drittel der weltweiten Kupferproduktion aus Chile und Peru, während Indonesien und die Philippinen zu den Hauptproduzenten von Nickel gehören.

Ein „One‑Size‑Fits‑All“-Ansatz zur Bewertung der Aussichten für Schwellenländer birgt das Risiko einer Übersimplifizierung. Zwar werden wenige EM‑Märkte die negativen Folgen des sich verschlechternden externen Umfelds vollständig vermeiden, doch hat sich die Widerstandsfähigkeit der Inlandsnachfrage verbessert, und das Gesamtwachstum wird im Großen und Ganzen weitergehen – wenn auch mit einem unter dem Trend liegenden Tempo für die meisten EM‑Länder.

Anleger, die stärker von dem Wachstumspotenzial von Unternehmen außerhalb Chinas überzeugt sind, könnten daher die proportionale Exposure eines Indexes oder einer Anlagestrategie bevorzugen, die einen höheren Anteil an Chancen im übrigen EM‑Universum enthält.

[1] China Stocks Win Most MSCI Index Additions in Nearly Three Years – Bloomberg

[2] IMF DataMapper, April 2026

[3] India Demographics 2026 (Population, Age, Sex, Trends) – Worldometer

[4] Nine key consumer trends in 2024 | McKinsey

[5] World Economic Outlook, April 2026: Global Economy in the Shadow of War

[6] MSCI EM (Emerging Markets) Index

[7] China stocks post worst month in over four years – Markets – Business Recorder / Hong Kong Stocks Post Biggest Monthly Loss in 2 Years

Wichtige Hinweise

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