Wöchentliches Markt-Update - Die Hoffnung stirbt zuletzt

Es gibt keine Daten, die auf eine erhebliche Abschwächung der US-Wirtschaft in naher Zukunft hinweisen würden. Daher ist an den US-Aktienmärkten nach der Korrektur im vergangenen Monat eine beginnende Stabilisierung zu beobachten. Bis zu klaren gegenteiligen Anzeichen stützen sich die Märkte auf die Einschätzung, die US-Regierung werde letztendlich von politischen Maßnahmen Abstand nehmen, die die Wirtschaft in Gefahr bringen könnten, denn es besteht das unterschwellige Engagement für einen robusten Geschäftssektor. Den Handelspartnern Amerikas bleibt nur die Hoffnung, dass die Regierung in Bezug auf Zölle stärker bellt, als sie beißt. 

Artikel anhören

Nach vier verlustreichen Wochen zeigte sich in der letzten Märzwoche eine beginnende Erholung. Die optimistische Sichtweise verbreitete sich, dass die von Donald Trump angekündigten Einfuhrzölle nicht so aggressiv ausfallen werden wie befürchtet. Die Kursgewinne beruhen darauf, dass die Anleger die Lage in den USA neu bewerten und davon ausgehen, dass die unterdurchschnittliche Performance der US-Aktien in diesem Jahr möglicherweise zurückgeht. 

USA: Aktien stabil nach Korrektur; Europa: Aktien erwarten Neuigkeiten zu US-Zöllen

Die Marktstimmung verbesserte sich durch Berichte, das Weiße Haus ziehe die Abschwächung einiger Zölle in Betracht, deren Inkrafttreten für den 2. April erwartet wird, ein Datum, das Präsident Trump zuvor als „Befreiungstag“ bezeichnet hatte. Der Präsident sagte, bei seinen geplanten reziproken Zöllen mit „Flexibilität“ gegenüber den Handelspartnern der USA vorgehen zu wollen. Dies gab den Märkten Hoffnung auf eine kommende Regulierung und Rationalisierung seiner Zollpolitik.

Die Daten zum Sektor Verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungen, die besser ausfielen als erwartet, führten zu einer weiteren Beruhigung der Märkte. Der Einkaufsmanagerindex S&P Global‘s Flash US Composite stieg auf ein Dreimonatshoch von 53,5. Ein Wert von über 50 ist ein Anzeichen dafür, dass die meisten Unternehmen wachsende Geschäftstätigkeit melden. Der Anstieg war dem expandierenden Dienstleistungssektor geschuldet, wohingegen die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe nachließ.

Unser Multi-Asset-Team hält die Besorgnisse in Bezug auf eine erhebliche Verlangsamung der Weltwirtschaft für übertrieben und sieht im jüngsten Rückgang der Aktienkurse, der durch die hohe Unsicherheit hinsichtlich der Wirtschaftspolitik der USA ausgelöst wurde, eine Anlagechance.

Die US-Aktienbewertungen haben sich gegenüber den vollen Bewertungen nach unten korrigiert, die Wachstumsdynamik der Gewinne pro Aktie ist jedoch weiterhin ermutigend und die Positionierung der Anleger weniger extrem. Vor diesem Hintergrund hat das Team mit dem Wiederaufbau einer übergewichteten Position in globalen Aktien innerhalb der Multi-Asset-Portfolios begonnen.

US-Leitzinsen unverändert

Wie erwartet beließ der Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) den Leitzins unverändert bei 4,25-4,50 % und machte erneut klar, dass dieser Zinssatz einige Zeit beibehalten werden dürfte. In ihren Prognosen korrigierten die Entscheider des FOMC die Inflation nach oben und das Wachstum nach unten, was auf die Erwartung einer leicht stagflationären Wirtschaft hindeutet.

Nach der FOMC-Sitzung wiederholte der Vorsitzende der Fed Powell Kommentare aus einer Rede vom 7. März in der er sich für das Abwarten von mehr Klarheit, keine Eile und das Auseinanderhalten von Signalen und bloßem Lärm aussprach – alles Anzeichen für eine Fortsetzung der Zinssenkungspause, während die Fed mit der Einschätzung dieser Risiken beschäftigt ist. Zudem betonte er, dass bei der Inflation in diesem Jahr wenig Fortschritt zu erwarten ist, und spielte die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bei der nächsten Sitzung am 6. und 7. Mai herunter.

Wie bei der Dezember-Sitzung des FOMC rechnen die meisten Ausschussmitglieder für das Jahr 2025 mit einer Absenkung der Federal Funds Rate auf 3,75 bis 4 %. Dies würde bedeuten: zwei Zinssenkungen um 25 Bp in diesem Jahr. Die Anzahl der Mitglieder, die mit niedrigeren Zinsen rechnen, ist jedoch weiter gesunken, nämlich von fünf auf zwei, und die Anzahl derer, die keine Zinssenkung oder nur eine erwarten, hat sich von vier auf acht erhöht und somit verdoppelt. Der Ausschuss rechnet also immer noch mit zwei Zinssenkungen, aber die Erwartungen haben sich erheblich in Richtung geringerer Zinssenkungen verschoben.

Unser Staatsanleihen-Anlageteam geht weiterhin davon aus, dass die Geldpolitik der USA im Jahr 2025 unverändert bleibt. Das Team erwartet ein Anziehen der Inflation in der 2. Jahreshälfte 2025 aus folgenden Gründen: Preiserhöhungen infolge der Zölle, eine strengere Einwanderungspolitik, eine relativ lockere Fiskalpolitik und hohe langfristige Inflationserwartungen.

Die Februardaten zur PCE-Inflation (persönliche Konsumausgaben) in den USA werden am 28. März veröffentlicht.Es gibt einige Prognosen, die für Februar eine hohe PCE-Kerninflation von gerundeten 0,3 % gegenüber dem Vormonat erwarten lassen. Das wäre ein Anstieg gegenüber den 0,28% vom Januar und im Jahresvergleich ein Anstieg von 2,6 % auf 2,7 %. Es wäre der höchste Monatswert seit Januar 2024 – ein Anzeichen für die Hartnäckigkeit der Inflation, das den Entscheidern der Fed weitere Gründe für ein Pausieren der US-Geldpolitik im Jahr 2025 liefern könnte.

Wirtschaftliche Auswirkungen der Reformen in Deutschland

Am 21. März hat das 1000-Milliarden-Euro-Ausgabenpaket des künftigen Bundeskanzlers Friedrich Merz im scheidenden Parlament die letzte Hürde genommen. Mit diesem Paket werden Deutschlands im Grundgesetz verankerte Kreditaufnahme-Beschränkungen gelockert. Ziel ist die Ermöglichung von Verteidigungsausgaben in unbeschränkter Höhe und die Schaffung eines 500-Milliarden-Euro-Fonds zur Modernisierung der Infrastruktur (ein Vehikel mit 12jähriger Laufzeit).

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer langen, aber flachen Rezession, wobei strukturelle Probleme eine Erholung behindern. Nach Wachstumsraten von -0,3 % in 2023 und -0,2 % in 2024 belaufen sich die Schätzungen des deutschen Ifo-Instituts nun auf +0,2 % für dieses Jahr und +0,8 % für 2026.

Deutschlands Wirtschaftskrise ist vor allem strukturell bedingt. Auf kurze Sicht sind die Zollankündigungen der USA für den 2. April von Bedeutung, da ihr negativer Einfluss auf den Export die potenziellen Effekte der heimischen Fiskalpolitik übertreffen könnte.

Wichtige Hinweise

Marketing-Kommunikation. Nur für professionelle Investoren. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Hinweis auf die aktuelle oder zukünftige Wertentwicklung. Sofern nicht anders angegeben, wird die Wertentwicklung nach Abzug von Gebühren berechnet. Alle hier geäußerten Ansichten sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, basieren auf den verfügbaren Informationen und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Dieses Dokument stellt keine Anlageberatung dar. Anlagen unterliegen Marktschwankungen und den mit Anlagen in Wertpapieren verbundenen Risiken. Der Wert von Anlagen und ihre Erträge können sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihren ursprünglich investierten Betrag möglicherweise nicht vollständig zurück. Es ist nicht garantiert, dass der Fonds sein Performanceziel erreicht. Investitionen in Schwellenländern oder spezialisierten oder beschränkten Sektoren können aufgrund eines hohen Konzentrationsgrads, einer größeren Unsicherheit, weil weniger Informationen verfügbar sind, einer geringeren Liquidität oder einer größeren Empfindlichkeit gegenüber Änderungen der Marktbedingungen (soziale, politische und wirtschaftliche Bedingungen) wahrscheinlich einer überdurchschnittlichen Volatilität unterliegen. Eine vollständige Beschreibung und Definition der Risiken sind dem letzten verfügbaren Verkaufsprospekt und dem KID des Fonds zu entnehmen. Anleger, die eine Zeichnung eines Fonds in Erwägung ziehen, sollten den aktuellen Verkaufsprospekt und das KID, die auf unserer Website kostenlos vorliegen, sorgfältig durchlesen.

Back to Top