Im Juli kehrte an den Finanzmärkten vorübergehend etwas Ruhe ein: Die Handelsspannungen nahmen ab, die Unternehmen überzeugten mit soliden Quartalszahlen, es mehrten sich Hinweise auf eine widerstandsfähige Weltwirtschaft in der ersten Jahreshälfte, und der US-Aktienindex S&P 500 erreichte ein neues Rekordhoch. Zum Monatswechsel jedoch kehrte die Nervosität zurück.
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Am 31. Juli kündigte Präsident Donald Trump neue Einfuhrzölle an und leitete damit die nächste Phase seiner protektionistischen Handelspolitik ein. Einen Tag später belastete der US-Arbeitsmarktbericht die Märkte – mit enttäuschenden Juli-Daten und deutlichen Abwärtskorrekturen für die Vormonate. Steht eine Wiederholung der Turbulenzen vom „Schwarzen Montag“ im August 2024 bevor? Damals hatte ein ähnlich enttäuschender Arbeitsmarktbericht die Einschätzung der Anleger zur Verfassung der US-Wirtschaft grundlegend erschüttert und einen markanten Einbruch an den Aktienmärkten ausgelöst.
Diesmal jedoch – bislang – verläuft die Entwicklung anders. Zwar fiel der S&P 500 sowohl 2024 als auch 2025 nach Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts in ähnlichem Ausmaß. Doch im Gegensatz zum Vorjahr sorgten diesmal gestiegene Markterwartungen hinsichtlich einer baldigen Zinssenkung in den USA sowie robuste Unternehmensgewinne für eine rasche Gegenbewegung. 2024 hingegen folgte auf die schwachen Arbeitsmarktdaten der „Schwarze Montag“ (siehe Abbildung 1).

Wenig Erfreuliches vom US-Arbeitsmarkt
Die Zahl der neu geschaffenen Stellen blieb im Juli deutlich hinter den Erwartungen zurück – mit lediglich 73.000 neuen Arbeitsplätzen gegenüber den prognostizierten 115.000. Für besondere Unruhe sorgten jedoch die erheblichen Abwärtskorrekturen der Daten für Mai und Juni, die das Bureau of Labor Statistics zurückhaltend als „höher als üblich“ bezeichnete: Insgesamt wurden die Zahlen um 258.000 nach unten revidiert (siehe Abbildung 2).
Das bedeutet, dass in den beiden Vormonaten saisonbereinigt nur noch 33.000 zusätzliche Arbeitsplätze ausgewiesen werden. Ein Großteil dieser Korrekturen entfiel auf den staatliche Stellen.

Mehrere Ökonomen weisen darauf hin, dass die Erhebungsrate der BLS-Umfrage zu niedrig sei, und erinnerten an die seit Langem bestehenden Schwierigkeiten der Behörde im Zusammenhang mit dem Verhältnis von Unternehmensgründungen zu -schließungen. Dabei handelt es sich um eine Schätzung der Nettozahl der Arbeitsplätze, die durch neu gegründete Unternehmen geschaffen bzw. durch Schließungen verloren gehen.
Präsident Trump kritisierte die Qualität der BLS-Daten scharf. Er entließ die Beauftragte des BLS, die er verdächtigte, kurz vor den Wahlen im vergangenen November ein günstigeres Bild der Beschäftigungslage gezeichnet zu haben. Das BLS berechnet neben dem Beschäftigungsbericht auch die Verbraucherpreisindizes (CPI).
Die Entscheidung des Präsidenten hat die Nervosität der Anleger hinsichtlich der Genauigkeit wichtiger Wirtschaftsdaten zusätzlich verstärkt.
Die Fed sieht Risiken für die US-Wirtschaft
Die Sorge um die Stabilität des US-Arbeitsmarktes ist berechtigt. Auf seiner Pressekonferenz am 30. Juli räumte Jerome Powell ein, dass „Abwärtsrisiken für den Arbeitsmarkt durchaus erkennbar sind“. Er verwies darauf, dass die bevorstehenden Benchmark-Anpassungen des Quarterly Census of Employment and Wages (QCEW) auf eine noch schwächere Beschäftigungsentwicklung hindeuten könnten.
Auch Fed-Gouverneur Christopher Waller, einer der beiden Befürworter einer sofortigen Zinssenkung um 25 Basispunkte, äußerte sich verhalten. Zwar erscheine der Arbeitsmarkt auf den ersten Blick stabil, doch andere Indikatoren deuteten auf zunehmende Abwärtsrisiken hin.
Powell betonte zugleich, dass er nicht übermäßig besorgt sei. Die stabile Arbeitslosenquote spreche für ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeitskräfteangebot und -nachfrage.
Die Märkte zeigen sich hingegen angespannt. Inzwischen wird erwartet, dass der Leitzins Anfang 2027 knapp über 3 Prozent liegen wird – mit einer ersten Zinssenkung bereits im September (siehe Abbildung 3). Derzeit liegt der Leitzins bei 4,25–4,50 Prozent. Die letzte Senkung um 25 Basispunkte erfolgte im August 2024; im September 2022 lag der Satz noch bei 3,00–3,25 Prozent.
