Alles Wichtige auf einen Blick
Die US-Aktienmärkte erreichten erneut neue Rekordstände, vor allem aufgrund guter Wertentwicklungen im Technologiesektor und leichtem Optimismus, dass es im Nahen Osten zu einer Verständigung über die Verlängerung der Feuerpause und die Öffnung der Straße von Hormus kommen könnte. Der S&P 500, der Dow Jones und der NASDAQ erreichten neue Allzeithochs. Zugleich gaben die Ölpreise nach. Unterdessen hat die US-Wirtschaft einer zweiten amtlichen Schätzung zufolge im 1. Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 1,6% zugelegt. Das war zwar weniger als die 2% aus der ersten Schätzung, aber immer noch mehr als die 0,5% im 4. Quartal.
Nachrichten aus aller Welt
Nach dem jüngsten Finanzstabilitätsbericht der Europäischen Zentralbank geht der Energieangebotsschock sowohl mit Inflations- als auch mit Wachstumsrisiken einher. Die EZB-Volkswirte wiesen jedoch darauf hin, dass sich die Finanzmärkte dem Druck und den Störungen der Energieversorgung anpassen und dass die Banken im Euroraum die jüngste Unsicherheit gut bewältigt haben. Sie gaben indes zu bedenken, dass sich die Marktstimmung verschlechtern könnte, weil Abwärtsrisiken bislang „offenbar unterschätzt“ werden. An den Märkten wird von einer Leitzinsanhebung auf der kommenden EZB-Sitzung ausgegangen. Einem Bericht des Weltwirtschaftsforums zufolge rechnen 89% der Teilnehmer einer Umfrage unter Chefvolkswirten mit einem Konjunkturabschwung in den kommenden zwölf Monaten.
Zahl im Fokus: 2032
Nach einem Bericht von BloombergNEF ist Solarenergie auf dem besten Weg, sich bis 2032 zur größten Einzelquelle der Stromproduktion zu entwickeln und damit Erdgas, Öl und Kohle zu übertreffen. Massive Überkapazitäten, technologische Fortschritte und sinkende Preise dürften zu dieser Entwicklung beitragen. Der Analyse zufolge ist zudem von einem vermehrten Einsatz von Batterien auszugehen, zumal sich die Speicherkapazitäten zwischen 2025 und 2035 um das 17-fache erhöhen dürften. Nicht zuletzt verweist der Bericht darauf, dass die weltweiten Investitionen in die Energiewende 2025 auf einen Rekordwert von 2,3 Billionen US-Dollar gestiegen sind. Für ein Netto-Null-Szenario bedürfe es jedoch 235 Billionen Dollar bis 2050.
Grafik der Woche
Nach dem zollpolitischen „Tag der Befreiung“ ist das vom Conference Board erhobene US-Verbrauchervertrauen auf einen so niedrigen Wert wie zuletzt während der Ausgangssperren 2020 gefallen. Das Konsumklima hat sich seitdem zwar wieder etwas erholt, liegt aber weiter unter seinem Langfristdurchschnitt. Real ist es jedoch nicht zu einem Einbruch des privaten Konsums gekommen. Erhebungen zufolge besteht eine statistisch signifikante, wenn auch fragile Korrelation zwischen der Verbraucherstimmung und den Konsumausgaben. Dieser Zusammenhang hat sich seit dem steilen Inflationsanstieg 2021 und 2022 abgeschwächt und erklärt womöglich, warum zwei Drittel der Haushalte im Mai angaben, ihre Ausgaben inflationsbedingt eingeschränkt zu haben. Ein weiterer Faktor, der in den kommenden Monaten zu beobachten sein wird, ist die Verbrauchereinschätzung des Arbeitsmarktes: In der Conference-Board-Umfrage bezeichneten lediglich 25,5% der Verbraucher das Angebot an Arbeitsplätzen als reichlich. Das ist der niedrigste Anteil seit Februar 2021.

Wissenswert
Catnomics: Katzen sind in Japan ein erheblicher Wirtschaftsfaktor: Berichten zufolge geben Katzenbesitzer in der Regel rund 1,8 Millionen Yen (rund 10.000 Euro) für ihre Vierbeiner aus. Eine jüngste Studie von Katsuhiro Miyamoto, einem emeritierten Professor der Kansai-Universität, zu „Catnomics“ („Nekonomics“) belegt, dass die Katzenliebe der Japaner 2026 rund 3 Billionen Yen (ca. 16,1 Milliarden Euro) zum Wirtschaftswachstum ihres Landes beitragen könnte. Laut einem im Guardian erschienenen Bericht wäre das ein fast so gewichtiger Wirtschaftsfaktor wie die Weltausstellung in Osaka im Jahr 2025, wobei Miyamoto anmerkt, dass Katzen in Japan eine „vergleichbare wirtschaftliche Schubkraft haben“, was ihre Bedeutung für die japanische Konjunktur unterstreiche.
Das bringt die Woche
Am Montag stellt der Euroraum seine aktuelle Arbeitslosenquote vor, gefolgt von Inflationsdaten am Dienstag. Am Mittwoch folgen neue Zahlen zum australischen BIP-Wachstum im 1. Quartal sowie eine Reihe von Einkaufsmanagerdaten, etwa aus den USA, Großbritannien, dem Euroraum, Japan und China. Am Freitag veröffentlichen die USA aktuelle Arbeitsmarktzahlen. Zudem erscheint die dritte Schätzung des BIP-Wachstums des Euroraums im 1. Quartal. Der vorherigen Prognose zufolge ist die Wirtschaft der Währungsgemeinschaft in den ersten drei Monaten des Jahres um 0,1% und damit etwas schwächer gewachsen als im 4. Quartal (0,2%).
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