Die Woche im Überblick
Trotz anhaltender Handelsspannungen und politischer Unsicherheit erweist sich die Weltkonjunktur als überraschend widerstandsfähig, so die Weltbank. Wie aus ihrem jüngsten weltwirtschaftlichen Ausblick hervorgeht, hob sie ihre Prognose für das Welt-BIP-Wachstum für 2026 und 2027 auf 2,6% und 2,7% an. Im Juni war sie noch von nur 2,4% und 2,6% ausgegangen. Ein Grund für die Aufwärtsrevision ist das unerwartet starke US-Wachstum. Während in fast 90% der Industrieländer das Pro-Kopf-Einkommen wieder so hoch ist wie vor der Pandemie, ist dem Bericht zufolge die Bevölkerung in über einem Viertel der Schwellenländer heute ärmer als 2019.
Nachrichten aus aller Welt
Inmitten von Bedenken wegen der Unabhängigkeit der US-Notenbank, geopolitischen Spannungen und moderaten US-Inflationsdaten stiegen Gold und Silber letzte Woche auf Rekordhochs. Das in volatilen Phasen oft als „sicherer Hafen“ geltende Gold durchbrach zu Wochenbeginn die Marke von 4.600 USD je Feinunze. Die Jahresinflation in den USA blieb im Dezember erwartungsgemäß bei 2,7%, was Hoffnungen auf Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf weckt. Sowohl der britische FTSE 100 als auch der japanische Nikkei 225 erreichten neue Allzeithochs. Am japanischen Markt sorgte die Aussicht auf vorgezogene Neuwahlen im Februar für Auftrieb. Sie könnten weitere Konjunkturanreize seitens der japanischen Regierung mit sich bringen.
Zahl im Fokus: 1973
Nach einer neuen Analyse des Klimaportals Carbon Brief wurde im letzten Jahr sowohl in China als auch in Indien weniger Strom aus Kohle erzeugt – erstmals seit 1973 kam es zu einem gleichzeitigen Rückgang. Die Kohleverstromung sank in Indien um 3% und in China um 1,6%. Beide Länder verzeichneten einen Rekord-Zubau bei erneuerbaren Energien. Wichtig ist das, weil auf den chinesischen und den indischen Stromsektor zwischen 2015 und 2024 enorme 93% des Anstiegs der weltweiten CO2-Emissionen entfielen, so Carbon Brief. In den USA ist die Stromerzeugung aus Kohle dagegen letztes Jahr um 13% gestiegen, was zu einer Erhöhung des US-Treibhausgasausstoßes um 2,4% beitrug. Einem Bericht der Rhodium Group zufolge waren höhere Erdgaspreise und eine wachsende Stromnachfrage die Ursachen.
Grafik der Woche
Treiber der jüngsten Rallye bei Technologieaktien – nicht nur in den USA – waren weniger die Unternehmen, die die eigentlichen KI-Technologien (künstliche Intelligenz) entwickeln, sondern vielmehr jene, die die für den zunehmenden Einsatz von KI unverzichtbaren Infrastrukturen und Ausrüstungen liefern. Hierzu zählen Halbleiter- und Gerätehersteller sowie Anbieter von Cloud-Computing-Plattformen, die allesamt von den steigenden Investitionsausgaben im Zuge der KI-Entwicklung profitieren dürften.
Gut zu wissen
Global Cooperation Barometer: Ein vom Weltwirtschaftsforum in Zusammenarbeit mit McKinsey & Company entwickeltes Instrument, das 41 Indikatoren internationaler Kooperation entlang von fünf Säulen misst: Handels- und Kapitalströme, Innovation und Technologie, Klima und Naturkapital, Gesundheit und Wohlbefinden sowie Frieden und Sicherheit. Der jüngste Bericht mit kombinierten Ergebnissen für 2024 und 2025 zeigt, dass der Grad der Zusammenarbeit insgesamt stabil geblieben ist, sich aber die Konstellationen verändern, da „kleinere und anpassungsfähigere Kooperationen aufkommen“. Eine vermehrte Zusammenarbeit wurde bei Innovation und Technologie sowie bei Klima und Naturkapital festgestellt. Einen Seitwärtstrend gab es indes bei Handels- und Kapitalströmen, und im Bereich Frieden und Sicherheit gingen die Kooperationen vor dem Hintergrund eskalierender Konflikte weiter zurück.
Was steht an
Am Montag geben der Euroraum und Kanada Inflationszahlen heraus, und China veröffentlicht Daten zu seinem Wirtschaftswachstum im 4. Quartal. Großbritannien meldet am Dienstag seine jüngsten Arbeitsmarktzahlen und am Mittwoch aktuelle Inflationsdaten. Am Donnerstag kommt die endgültige Schätzung des US-Wirtschaftswachstums im 3. Quartal heraus, bevor am Freitag die Bank of Japan ihre erste Zinssitzung in diesem Jahr abhält. Ebenfalls am Freitag wird eine Reihe an Einkaufsmanagerindizes bekanntgegeben, unter anderem für Japan, den Euroraum, die USA und Großbritannien. Zudem findet von Montag bis Freitag das jährliche Weltwirtschaftsforum in Davos statt. Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft werden unter dem Motto Geist des Dialogs über die großen globalen Herausforderungen diskutieren.
