COVID-19 hat in vielen Ländern das Bewusstsein für soziale Erwägungen bei jeder Investmententscheidung gestärkt. Dieses Ergebnis zeigt eine Studie des Unternehmensberater Greenwich Associates, die BNP Paribas Asset Management beauftragt hat. 129 institutionellen Anlegern und Finanz-Vermittlern aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Spanien, Belgien sowie Norwegen und Schweden äußerten sich im Juni 2020 wie folgt:
- ESG ist für 23% der Befragten stärker in den Fokus gerückt: 81% der Befragten berücksichtigen ESG wenigstens bereits zum Teil in ihren Portfolios, weitere 16% planen dies.
- Verzeichnet wird eine deutlich zunehmende Bedeutung sozialer Fragen, die durch einen Anstieg um 20 Prozentpunkte seit dem Ausbruch von COVID-19 verdeutlicht wird.
- 79% der Befragten sind überzeugt, dass sich soziale Erwägungen positiv im Risikomanagement und auf die langfristige Performance auswirken.
- Es gibt noch erhebliche Investitionshemmnisse bei der Berücksichtigung sozialer Faktoren: 42% der Befragten weisen auf das Fehlen standardisierter Messverfahren hin.
Wichtiger geworden: ESG-Faktoren im Allgemeinen und soziale Erwägungen im Speziellen
Insgesamt sagt fast ein Viertel der Befragten (23%), dass ESG infolge der Coronakrise „mehr fokussiert/ wichtiger“ wird. Die französischen Befragten liegen vorn: 42% sind hier der Meinung, dass ESG an Bedeutung gewonnen hat. Auch in Italien (31%) und im Vereinigten Königreich (31%) teilt man diese Auffassung, während sie in Deutschland nur von 3% geteilt wird.
Als Hauptgründe für ESG-Investments werden länderübergreifend positive Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft (80%) genannt, sowie die Absicht, das Risiko zu reduzieren (58%) und den Bedürfnissen der Stakeholder besser gerecht zu werden (47%).
Seit Beginn der Krise hat die Bedeutung aller drei ESG-Faktoren zugenommen. Vor allem aber die sozialen Erwägungen, von denen 70% der Teilnehmer erwarten, dass sie künftig sehr wichtig oder sogar extrem wichtig werden: Die Bedeutung sozialer Kriterien stieg im Vergleich zu vor der Krise um 20 Prozentpunkte und schloss so die Lücke zu Umwelt- (74%) und Governance-Faktoren (76%). Diese beiden Faktoren sind zwar weiterhin die wichtigsten Elemente für ESG-Investments, wiewohl die zunehmende Fokussierung auf soziale Fragen einen Paradigmenwechsel anzeigt – doch auch hier mit erheblichen Unterschieden nach Herkunft der Befragten: Soziale Fragen wurden nun von 92% der französischen Befragten als wichtig empfunden, verglichen mit nur 39% vor der Krise. Auch in Großbritannien hat ein Umdenken stattgefunden: Hier stieg der Anteil der ESG-Verfechter von 39% auf nun 70%. In Italien und Deutschland hat sich dagegen wenig geändert: Nach wie vor empfinden 72% der italienischen Befragten soziale Fragen als wichtig. In Deutschland stieg der Anteil ganz leicht von 50% vor der Krise auf nun 54%.
Frédéric Janbon, CEO von BNPP AM kommentiert: „Die COVID-19-Krise hat zum Teil sehr eindeutig zu einer Verschiebung bei der Wahrnehmung sozialer Faktoren durch die Anleger geführt. Sie hat auch den Zusammenhang zu der Art und Weise aufgezeigt, wie Unternehmen soziale Fragen, wie die Behandlung von Arbeitnehmern oder die Beseitigung von Ungleichheiten, langfristig angehen. Bei BNPP AM arbeiten wir mit den Unternehmen, in die wir investieren, im Hinblick auf soziale Fragen und alle Aspekte von ESG eng zusammen. Wir ermutigen die Unternehmen, sich weiterzuentwickeln und ihr Sozialverhalten zu verbessern, um so für unsere Kunden Risiken zu verringern und Erträge nachhaltig zu steigern.“
Verbreitete Auffassung: Soziale Erwägungen wirken positiv auf Performance und Risikomanagement
Die Studie belegt die verbreitete Auffassung, dass soziale Erwägungen positive Auswirkungen haben: Ganze 79% der Befragten erwarten, dass soziale Fragen sich langfristig positiv auf das Anlageergebnis und das Risikomanagement auswirken.
Die Analyse zeigt auch die Bedeutung der zugrundeliegenden sozialen Fragen für Investitionsprozesse im Vergleich: Die wichtigsten Elemente waren die Einhaltung von Arbeitsnormen (38%), der Ausschluss von Investments in Branchen wie Waffen, Tabak und Alkohol (31%), das Humankapital-Management (23%) und die Gleichstellung der Geschlechter (22%), während soziales Engagement (11%) als eher weniger wichtig erachtet wird. Die Perspektiven der Befragten auf soziale Erwägungen unterliegen vielfältigen Einflüssen. Es sind vor allem globale Ereignisse (38%), Nachrichten und Medien (33%), Regulierungs-Behörden und interne Interessengruppen (jeweils 32%).
Erhebliche Hemmnisse bei der Berücksichtigung sozialer Faktoren
Obwohl 37% der Befragten „keine Hindernisse“ für Investitionen unter Berücksichtigung sozialer Faktoren sahen, ergaben sich aus der Studie doch zwei klare Hindernisse: Zum einen der „Mangel an etablierten Standard-Metriken“ (42%) und zum anderen „mangelnde Klarheit darüber, was sozial verantwortliche Investitionen beinhalten“ (31%). Dies steht im Einklang mit einem weiteren wichtigen Ergebnis: Die Mehrheit der Befragten plant, die Verwendung von Sozialkennzahlen deutlich auszuweiten. Fast die Hälfte der Befragten (47%) verwenden bereits Ausschlüsse, weitere 26% planen dies. Und weitere 33% wenden bereits Kennzahlen bezüglich der Einhaltung von Arbeitsnormen an, während 30% planen, diese künftig einzubeziehen.
Jane Ambachtsheer, Global Head of Sustainability bei BNPP AM, erklärt dazu:
„Während soziale Faktoren ein sehr wichtiger Bestandteil der ESG-Werte der Unternehmen sind, werden sie oft wenig prominent wahrgenommen. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass die sozialen Indikatoren weniger greifbar oder messbar erscheinen, wobei Standards je nach Region variieren – aber das gilt auch für Umwelt- und Governance-Faktoren. Wir legen weiterhin großen Wert auf den Zugang zu Daten und die Nutzung von Research zu einer Reihe von „S“-Indikatoren, einschließlich klassischer Themen wie Geschlechterdiversität und die Einhaltung von Arbeitsnormen, sowie einem tieferen Einblick in weitere Geschäftspraktiken, die ein integratives Wachstum unterstützen können.”
Pressekontakt:
Christoph Keuntje
BNP Paribas Asset Management
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E-Mail: christoph.keuntje@bnpparibas.com
Über BNP Paribas Asset Management
BNP Paribas Asset Management ist der unabhängige Vermögensverwalter von BNP Paribas, einem der weltweit größten Finanzunternehmen. BNP Paribas Asset Management verwaltet 408 Milliarden Euro Vermögen (Stand: 31. März 2020) mit verschiedensten aktiven, passiven und quantitativen Investmentlösungen für eine Vielzahl von Anlageklassen und Regionen. Mit rund 500 Investmentexperten und 500 Kundenbetreuern ist BNP Paribas Asset Management für Privatkunden, Unternehmen und institutionelle Anleger in 36 Ländern tätig und engagiert sich seit 2002 in vielen Bereichen der Nachhaltigen Investments (SRI) und berücksichtigt Faktoren wie Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG-Kriterien) bei seinen Anlageentscheidungen.
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